Was kostet Dokumentenverarbeitung pro Dokument? Preismodelle im Vergleich

Seitenpreis, Dokumentpreis, Token, Abo oder reservierte Kapazität: öffentliche Preise mit Quelle, Rechenbeispiele für 200, 2.000 und 20.000 Dokumente.

· Plurali

Was kostet Dokumentenverarbeitung pro Dokument? Preismodelle im Vergleich

Die reine Verarbeitung kostet je nach Anbieter zwischen 0,15 Cent und 15 Cent je Seite oder Dokument. Das ist selten der größte Posten. Sobald Sie die Prüfung durch Menschen mitrechnen, liegt der Aufwand für Kontrolle und Korrektur oft über der Gebühr für die KI. Dieser Artikel ist Teil unseres Leitfadens zur intelligenten Dokumentenverarbeitung. Er stellt die Preismodelle nebeneinander, führt öffentliche Preise mit Quelle auf und rechnet drei Beispiele durch: 200, 2.000 und 20.000 Dokumente im Monat.

Stand: 29. September 2026. Alle Preise sind Listenpreise vom genannten Abrufdatum, ohne Rabatte. Preise in US-Dollar rechnen wir nicht um.

Fünf Preismodelle

ModellSie zahlen fürPasst, wennFallstrick
Je Seitejede verarbeitete SeiteDokumente haben ähnliche Länge, Sie brauchen nur Text oder feste FelderMehrseitige Verträge kosten ein Vielfaches
Je Dokumentjedes Dokument, egal wie viele Seiten (bis zu einer Grenze)Die Länge schwanktDie Seitengrenze und was als "ein Dokument" gilt, steht im Kleingedruckten
Je Tokengelesene und geschriebene Textbausteine des ModellsSie nutzen ein Sprachmodell direktDer Preis je Dokument schwankt mit Auflösung, Ausgabe und Denkaufwand
Abo oder Volumenzusageeine monatliche Summe für eine MengeDas Volumen ist stabil und bekanntUngenutzte Menge verfällt, Überschreitung kostet extra
Reservierte KapazitätRechenleistung pro Stunde, ob Sie sie nutzen oder nichtsehr hohes, gleichmäßiges VolumenBei kleinem Volumen ein Vielfaches des Verbrauchspreises

Die Modelle unterscheiden sich vor allem darin, wer das Mengenrisiko trägt. Beim Verbrauchspreis tragen Sie es nicht: Sie zahlen, was Sie nutzen. Beim Abo und bei reservierter Kapazität zahlen Sie für Bereitschaft.

Öffentliche Preise nebeneinander

Die folgende Tabelle enthält nur Preise, die wir am 29. September 2026 bei den Anbietern selbst abgerufen haben. Achten Sie auf die Spalte "Liefert": Ein Seitenpreis für reine Texterkennung ist nicht mit dem Preis für fertig benannte Felder vergleichbar.

Anbieter und LeistungPreisJe SeiteLiefertQuelle
Mistral OCR (Preisseite nennt die Version 4.1)4 $ je 1.000 Seiten, im Batch 2 $0,4 Cent (0,2 Cent im Batch)Text mit Struktur, Positionen und KonfidenzenMistral, Preisseite und Ankündigung OCR 4
AWS Textract, Detect Document Text (Region US West, Oregon)1,50 $ je 1.000 Seiten (erste Million)0,15 CentTextAWS, Preisseite
AWS Textract, AnalyzeExpense (US West, Oregon)10 $ je 1.000 Seiten (erste Million)1 Centfeste Felder für Rechnungen und BelegeAWS, Preisseite
AWS Textract, Forms (US West, Oregon)50 $ je 1.000 Seiten (erste Million)5 CentSchlüssel-Wert-PaareAWS, Preisseite
AWS Textract, Tables (US West, Oregon)15 $ je 1.000 Seiten (erste Million)1,5 CentTabellenAWS, Preisseite
Azure Document Intelligence, Read (Germany West Central)1,50 $ je 1.000 Seiten, ab der ersten Million 0,60 $0,15 CentTextMicrosoft, Retail Prices API
Azure Document Intelligence, vortrainierte Modelle wie Rechnung und Beleg (Germany West Central)10 $ je 1.000 Seiten1 Centfeste FelderMicrosoft, Retail Prices API
Azure Document Intelligence, eigene Extraktion (Germany West Central)30 $ je 1.000 Seiten3 CentFelder nach eigenem ModellMicrosoft, Retail Prices API
Plurali0,15 EUR je Dokument, zzgl. USt.15 Cent je Dokumentgenau die Felder Ihres Schemas als JSONPlurali, Listenpreis

Drei Anmerkungen zur Tabelle:

  • Für Textract nennt die Preisseite nur US West (Oregon). Preise für Frankfurt haben wir dort nicht gefunden. Deutsche Kunden zahlen in der Region, die sie wählen, möglicherweise anders.
  • Die Azure-Preise stammen aus der öffentlichen Retail Prices API von Microsoft für die Region Germany West Central. Die Preisseite selbst lieferte uns keine Zahlen. Steuern haben wir in keinem der Anbieterpreise berücksichtigt.
  • Google Document AI fehlt, weil sich die Preisseite am Abruftag ohne Zahlen laden ließ. Wir führen nichts auf, was wir nicht belegen konnten. Prüfen Sie den Preis direkt bei Google.

Warum der Plurali-Preis höher aussieht

Ein Textract-Seitenpreis von 0,15 Cent oder ein Mistral-Preis von 0,4 Cent liefert Text. Sie erhalten die Buchstaben, aber noch keinen Datensatz. Die Zuordnung ("das ist der Bruttobetrag") müssen Sie danach selbst bauen oder einem weiteren Dienst bezahlen. Textract AnalyzeExpense und die vortrainierten Azure-Modelle liefern feste Felder für Rechnungen und Belege, zu 1 Cent je Seite. Das sind Preise für ein vorgegebenes Feldset. Soll ein Vertrag oder ein Lieferschein andere Felder liefern, kostet die eigene Extraktion bei Azure 3 Cent je Seite und braucht ein trainiertes Modell.

Bei Plurali legen Sie die Felder pro Anfrage fest, in einem JSON Schema. Ein Dokument zählt als eine Anfrage, auch wenn es mehrere Seiten hat, bis zur Standardgrenze von 10 Seiten je Anfrage. Der Preis von 15 Cent enthält also Lesen, Zuordnen und die Prüfung der Ausgabe gegen Ihr Schema. Was er nicht enthält, ist die Kontrolle der Werte durch Menschen. Wie Sie sie sinnvoll organisieren, steht im Artikel Wie zuverlässig ist KI-Extraktion?.

Die Abrechnung läuft über Credits, 1 Credit entspricht 1 EUR. Sie laden in Paketen zu 50, 100, 250 oder 500 EUR auf oder automatisch. Auf Anfrage gibt es 1 EUR Startguthaben, Pay-per-use mit monatlicher Abrechnung nach dem Guthaben und auf Wunsch eine tokenbasierte Abrechnung. Plurali richtet sich nur an Geschäftskunden.

Die Kosten der Prüfung mitrechnen

Kein Modell liest jedes Dokument fehlerfrei. Wer Ergebnisse in Buchhaltung oder Zahlungsläufe übernimmt, prüft. Diese Arbeit kostet mehr als die Verarbeitung. Wir rechnen mit drei Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen Werte ersetzen sollten:

  • Eine Prüfung eines Dokuments dauert 45 Sekunden. Bei 40 EUR Vollkosten je Stunde sind das 0,0125 h × 40 EUR = 0,50 EUR je geprüftem Dokument.
  • Ohne KI kostet die manuelle Erfassung 3 Minuten je Dokument, also 0,05 h × 40 EUR = 2,00 EUR je Dokument.
  • Jedes Dokument hat eine Seite. Bei mehr Seiten steigen Seitenpreise, der Plurali-Preis nicht.

Das sind Annahmen zur Veranschaulichung. Es sind weder Messwerte noch Aussagen über Ihren Betrieb.

Rechenbeispiele: 200, 2.000 und 20.000 Dokumente im Monat

Wir vergleichen drei Wege mit Plurali zu 0,15 EUR je Dokument (netto): alles von Hand, KI mit vollständiger Prüfung, KI mit Prüfung von 20 % der Dokumente (die, bei denen eine Regel anschlägt, plus Stichprobe).

200 Dokumente2.000 Dokumente20.000 Dokumente
Plurali-Gebühr: n × 0,15 EUR30,00 EUR300,00 EUR3.000,00 EUR
Prüfung aller Dokumente: n × 0,50 EUR100,00 EUR1.000,00 EUR10.000,00 EUR
Summe mit vollständiger Prüfung130,00 EUR1.300,00 EUR13.000,00 EUR
Prüfung von 20 %: n × 0,20 × 0,50 EUR20,00 EUR200,00 EUR2.000,00 EUR
Summe mit 20 % Prüfung50,00 EUR500,00 EUR5.000,00 EUR
Alles von Hand: n × 2,00 EUR400,00 EUR4.000,00 EUR40.000,00 EUR
Ersparnis, vollständige Prüfung270,00 EUR2.700,00 EUR27.000,00 EUR
Ersparnis, 20 % Prüfung350,00 EUR3.500,00 EUR35.000,00 EUR

Je Dokument sind das 0,65 EUR bei vollständiger Prüfung (0,15 + 0,50) und 0,25 EUR bei Prüfung von 20 % (0,15 + 0,10), gegenüber 2,00 EUR von Hand. Zwei Erkenntnisse:

  1. Bei vollständiger Prüfung macht die Plurali-Gebühr 23 % der Kosten aus (0,15 von 0,65 EUR), bei 20 % Prüfung 60 % (0,15 von 0,25 EUR). Wer Kosten senken will, senkt zuerst den Prüfanteil, nicht die Gebühr. Regeln, die Fehler automatisch erkennen, sind dafür das wichtigste Werkzeug.
  2. Die Kosten wachsen linear mit der Menge. Es gibt in diesem Modell keine Mindestgebühr und keinen Sprung. Bei 200 Dokumenten zahlen Sie 30 EUR, nicht mehr.

Die Umsatzsteuer von 19 % kommt auf die Plurali-Gebühr hinzu: 35,70 EUR, 357,00 EUR und 3.570,00 EUR. Ob Sie sie als Vorsteuer abziehen können, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Zum Vergleich: der reine Seitenpreis

Rechnen wir die Verarbeitung allein bei den Anbietern von oben, wieder mit einer Seite je Dokument. Das ist der Preis für die Verarbeitung, ohne Ihren Aufwand für Integration, Zuordnung der Felder und Prüfung:

MonatsmengeMistral OCR (4 $ je 1.000)AWS AnalyzeExpense oder Azure vortrainiert (10 $ je 1.000)Azure eigene Extraktion (30 $ je 1.000)
200 Seiten0,80 $2,00 $6,00 $
2.000 Seiten8,00 $20,00 $60,00 $
20.000 Seiten80,00 $200,00 $600,00 $

Die Zahlen sind niedriger als die Plurali-Gebühr. Sie zeigen aber nur einen Teil der Arbeit: Mistral OCR liefert Text und keine Felder, die beiden mittleren Spalten nur ein festes Feldset für Rechnungen und Belege. Für Ihre eigenen Felder brauchen Sie bei Azure ein trainiertes Modell zu 30 $ je 1.000 Seiten oder ein Sprachmodell mit eigenem Aufbau. In den Beispielen oben ist die Prüfung mit 0,10 bis 0,50 EUR je Dokument in jedem Fall größer als jeder Seitenpreis. Deshalb entscheidet meist die Frage nach Genauigkeit und Prüfaufwand, nicht der Preis je Seite.

Was die Kosten treiben

Seiten

Bei Seitenpreisen ist die Seitenzahl der Hebel. Ein Vertrag mit 30 Seiten kostet bei 10 $ je 1.000 Seiten 30 mal so viel wie eine Rechnung mit einer Seite. Beim Preis je Dokument fällt das weniger ins Gewicht, dafür gilt die Seitengrenze.

Auflösung

Bei Modellen, die das Seitenbild direkt lesen, wird das Bild in Token umgerechnet. Höhere Auflösung heißt mehr Eingabe-Token und höheren Preis, bringt aber nur etwas, wenn die Schrift sonst nicht lesbar ist. Ein sauberer Scan reicht meist.

Umfang der Ausgabe

Ein Token ist ein Textbaustein, grob eine Silbe. Sprachmodelle berechnen Eingabe und Ausgabe getrennt, die Ausgabe ist deutlich teurer. Bei Gemini 3.5 Flash in der Region Frankfurt liegen laut Google Cloud Billing Catalog API 1,65 $ je Million Eingabe-Token und 9,90 $ je Million Ausgabe-Token: sechsmal so viel. Ein Schema mit 40 Feldern und langen Beschreibungen in der Antwort kostet mehr als eins mit 8 Feldern. Fragen Sie nur nach, was Sie brauchen.

Denk-Token

Manche Modelle überlegen vor der Antwort und schreiben dabei Zwischentext, den Sie nie sehen, aber bezahlen. Diese "Denk-Token" werden als Ausgabe abgerechnet, und sie können ein Vielfaches der sichtbaren Antwort ausmachen. Bei Modellen mit einstellbarem Denkaufwand ist das oft der größte Hebel: In einem kleinen internen Test auf fünf Beispieldokumenten (kein Benchmark) sank der Preis je Dokument mit reduziertem Denkaufwand auf ungefähr die Hälfte, ohne dass mehr Felder falsch gelesen wurden. Fragen Sie deshalb jeden Anbieter, ob Denk-Token separat berechnet werden und ob sich der Aufwand einstellen lässt. Die reinen Modellkosten je Dokument liegen bei den gängigen Modellen im Bereich von Bruchteilen eines Cents bis wenigen Cent, deutlich unter dem Dokumentpreis. Das ist der Rohaufwand für das Modell und sagt nichts über Ihren Preis.

Reservierte Kapazität

Bei Azure lässt sich Rechenleistung für Sprachmodelle vorab reservieren (Provisioned Throughput Units, kurz PTU). Die Retail Prices API listet für Germany West Central 1,20 $ je Einheit und Stunde für die Datenzone und 2,36 $ für die regionale Variante. Bei 730 Stunden im Monat sind das 876 $ beziehungsweise 1.722,80 $ je Einheit und Monat, unabhängig davon, ob Sie Dokumente schicken. Die Mindestgröße einer Bereitstellung haben wir nicht geprüft. Zum Vergleich: 20.000 Dokumente kosteten in unserem Test mit gpt-4.1 in der EU-Datenzone 20.000 × 0,0052 $ = 104 $ Modellkosten im Verbrauchsmodell. Reservierte Kapazität lohnt sich erst bei sehr hohem und gleichmäßigem Volumen, oder wenn Sie garantierten Durchsatz brauchen.

Volumenzusagen

Bei Azure gibt es Zusagen für Dokumentenmodelle. Für die vortrainierten Modelle in Germany West Central kostet die Stufe für 20.000 Seiten im Monat laut Retail Prices API 190 $, jede Seite darüber 9,50 $ je 1.000. Im Verbrauchspreis kosten 20.000 Seiten 200 $. Die Zusage spart also 10 $ oder 5 %, verpflichtet Sie aber jeden Monat auf die Menge. Wer weniger verarbeitet, zahlt trotzdem 190 $. Bei 15.000 Seiten wären es im Verbrauchspreis 150 $ statt 190 $.

Worauf Sie bei Angeboten achten

Fragen Sie nach: Was ist die Recheneinheit, Seite, Dokument oder Token? Ab welcher Seitenzahl wird ein Dokument zweimal berechnet? Was kosten fehlgeschlagene oder wiederholte Anfragen? In welcher Region gilt der Preis? Ist die Umsatzsteuer enthalten? Werden Denk-Token als Ausgabe berechnet? Und ob Verarbeitung, Speicherung und Löschung mit Ihren Pflichten zusammenpassen, klären Sie im Artikel zu DSGVO, GoBD und Aufbewahrung.

Quellen

Abgerufen am 29. September 2026. Preise in US-Dollar sind Listenpreise des Anbieters, Steuern haben wir nicht berücksichtigt.

Weiter im Journal

Rechnung im Playground ausprobieren: Laden Sie eine echte Rechnung hoch und sehen Sie, was ein Dokument bei Ihren Feldern kostet.

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